Mit der Zinssenkung wollte Bernanke kurz vor Jahresende sicher ein Zeichen setzen. Ich bin aber skeptisch, ob das Strohfeuer von gestern heute an den US-Börsen anhält. An den europäischen Börsen wird es am Vormittag sicherlich noch für Furore sorgen.
Die Börsianer erwarten vor den Feiertagen auch keine weltbewegenden Termine mehr. Ausnahme heute. Die US-Bank Morgan Stanley legt die Q4-Zahlen vor. In Deutschland und der EU werden die endgültigen Verbraucherpreise (November) veröffentlicht. Das US-Energieministerium legt seinen wöchentlichen Ölbericht vor.
auch wenn es nur noch gut zwei Wochen sind, bevor das Jahr 2007 beendet wird, sind sich die Wirtschaftsforschungsinstitute noch immer nicht sicher, welche Richtung die Wirtschaft in 2008 einschlagen wird. Die größten Fragezeichen bilden dabei die USA. Hier rechnen inzwischen immer mehr Volkswirte mit einer deutlichen Wirtschaftsabschwächung.
Sie kennen sicherlich das alte Sprichwort "hustet die USA, bekommt die ganze Welt eine Grippe." Aus diesem Grund fällt eine klare Aussage für die Globalwirtschaft schwer. Allerdings könnte es so manch positive Überraschung geben. Dabei wird gerade Asien - mit Ausnahme Japans - die Blicke auf sich ziehen: In dieser Region könnte der wirtschaftliche Zuwachs zwischen 3,8 und 10,4% betragen, so die Volkswirte der Deutschen Bank. Zwar dürfte sich das Wachstum im Vergleich zu 2007 etwas abschwächen, aber angesichts der sich abkühlenden US-Wirtschaft werde es immer noch sehr robust ausfallen.
Nicht ganz so gut - so die Prognosen - kann es in Japan aussehen. Hier senken die ersten Experten die Daumen. Nach Angaben der W&W Asset Management dürfte das japanische Bruttoinlandsprodukt im Jahr 2008 insgesamt nur einen moderaten Zuwachs von 1,5% erreichen. Zur Begründung wird auf das Ausbleiben der Konsumbelebung und auf eine zu befürchtende Dynamik im Außenhandelsgeschäft verwiesen.
Und was wird hierzulande wirtschaftlich passieren? Da treten die Volkswirte vermehrt auf die Euphoriebremse. In der vergangenen Woche senkten gleich zwei Forschungsinstitute ihre Ausblicke. Das Institut für Weltwirtschaft in Kiel korrigierte seine Prognosen für das konjunkturelle Wachstum für das nächste Jahr von 2,4 auf 1,9%. Das Münchner ifo Institut rechnet für 2008 nur noch mit 1,8% Wachstum. Immerhin - und da sind sich viele Experten sicher - wird der private Konsum vermehrt in Schwung kommen.
Die Aussichten für die Aktienmärkte bleiben unterdessen recht positiv. Ich habe Sie ja bereits in der vergangenen Woche auf die Börsenperspektiven eingestimmt.
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Wochenausblick: Ruhige Vorweihnachtswoche
Schaut man auf die Agenda der laufenden Wochen, so beschleicht einen das Gefühl, als ob die vorweihnachtliche Ruhe bereits an den Börsen eingezogen ist. Es wird in den nächsten Tagen recht ruhig zugehen. Heute gibt es zwei Ereignisse, die für ein wenig Bewegung sorgen könnten. In den USA wird die Leistungsbilanz sowie der Empire State Einkaufsmanagerindex vorgelegt.
Am Dienstag rückt der US-Hypothekenmarkt in den Vordergrund. Die Zahlen zu den Baubeginnen und -genehmigungen geben weitere Signale für den Immobilienmarkt. Von Unternehmensseite werden Palm und Goldman Sachs ihre Zahlen vorlegen.
Zur Wochenmitte steht der ifo-Geschäftsklimaindex im Visier der Anleger. Am Nachmittag gibt es aus den USA Daten zu den Öllagerbeständen. Von Unternehmensseite gewähren Nike, Oracle und die Norddeutsche Affinerie Einblick in die Bücher.
Am Donnerstag gibt es – wie gewohnt - in den USA Daten zu den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe. Ferner werden der Philly Fed Index 12/07 und Zahlen zum BIP vorgelegt. In Deutschland sorgt der Konsumklimaindex für Gesprächsstoff. Von Unternehmensseite kommen Nachrichten in Form von Vierteljahresberichten von FedEx, Micron Technology und Bear Stearns.
Zum Wochenschluss gibt es zwar den großen Verfallstag an der Börse. Dieser dürfte aber vergleichsweise ruhig ablaufen. In den USA werden zudem am Nachmittag Daten zum persönlichen Einkommen und Ausgaben sowie das von der Uni Michigan gemessene Verbrauchervertrauen vorgelegt.
Übernahmestimmung in Telekommunikationssektor sinkt
In den letzten Wochen stand der Telekommunikationssektor zunehmend unter dem Einfluss von Übernahme- und Fusionsspekulationen. Damit dürfte es jetzt erst einmal vorbei sein. Der Grund: Die United Internet sorgt für deutliche Ernüchterung.
Wie der heutigen Ausgabe der Tageszeitung Handelsblatt zu entnehmen ist, stellt United-Internet-Chef Ralph Dommmermuth fest, dass eine Übernahme der Freenet und der Versatel derzeit nicht auf der Agenda stehe. Der Grund hierfür leuchtet ein: Auf Grund der Übernahmephantasie seien die Unternehmen einfach zu teuer, Dies wird in den nächsten Tagen sicherlich für einige Kurskorrekturen innerhalb der Branche sorgen. Denn die zuletzt vorgelegten Unternehmensergebnisse lassen die jetzigen Kurse kaum rechtfertigen.
Nachdem die United Internet (UI) mit 20% beim Telekommunikationsunternehmen Versatel eingestiegen war, gab es ein regelrechtes Kursfeuerwerk. Ähnliches gilt auch für Freenet. Hier hält das Unternehmen über die gemeinsam mit der hessischen Mobilfunkfirma Drillisch gegründete MSP 20,05%.
Dabei soll es jetzt auch erst einmal bleiben. United Internet wird daher zunächst lediglich am wirtschaftlichen Erfolg der beiden Beteiligungen partizipiere. Synergien zwischen United Internet, Freenet und Versatel werden noch nicht gehoben.
Doch eine Hoffnung bleibt: Dürften die Kurse von den betroffenen Unternehmen deutlich nachgeben, könnte die Zeit der möglichen Übernahme doch noch kommen. Dann wird es wieder mit den Aktienkursen raketenhaft nach oben gehen. Wir werden Sie auf jeden Fall auf dem Laufenden halten – es geht hier sicherlich spannend weiter.
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